Ein Wochenende mit Vätern und ihren Kindern 2016

Ein Wochenende mit Vätern und ihren Kindern

 

Möchtet Ihr einmal ein besonderes Wochenende mit Euren Kindern erleben ? Und andere Väter mit ihren Kindern treffen ?

So war es in der Ausschreibung des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter zu lesen und viele Väter fühlten sich sehr angesprochen. Leider gab es nur Platz für 6 Väter und nachdem es keine Absagen gab, konnte auch die Warteliste nicht berücksichtigt werden. So starteten an einem Freitag im Juni 6 Väter und 10 Kinder mit dem Zug in den Bayrischen Wald zu einem sehr schönen, am Fluß „schwarzer Regen“, gelegenen, Naturcampingplatz. Die Wetterprognosen waren zunächst sehr schlecht, jedoch sollte der Gruppe ein regenfreies Wochenende bei moderaten Temperaturen beschert werden.

Nachdem die Gruppe am Freitag ankam und jeder Vater mit seinen Kindern seinen eigenen Wohnwagen bezogen hatte, gingen viele mit ihren Kindern auf Erkundungstour. Der Campingplatz hatte einiges zu bieten. Die Wohnwägen der Gruppe standen im Halbkreis angeordnet auf einer eigenen abgegrenzten Wiese, die auch noch ein sehr großes Tipi Zelt und einen überdachten Kicker zur Verfügung hatte. Der Fluss „schwarzer Regen“ der sich links und rechts des Campingplatzes seinen Weg bahnte, bot den Kindern ein schönes Flußdelta und somit einen Wasserspielplatz den sich die meisten Kinder schnell und gern erschlossen haben. Währen dessen habe sich schnell einige Väter gefunden um das Abendessen vorzubereiten. Bei einem anschließenden Lagerfeuer konnten sich die Teilnehmer gut kennenlernen und es entwickelten sich schnell rege Gespräche. Ein gelungener Start in das Wochenende und ein guter Abschluss einer Arbeitswoche, so ging der erste Tag in der Schnitzmühle im bayrischen Wald zu Ende.

Der zweite Tag war auch wieder mit gutem Wetter gesegnet und so sind alle Väter mit ihren Kindern zu dem erlebnispädagogischen Angebot aufgebrochen. Gemeinsam verbrachte die Gruppe den Vormittag mit gruppen-dynamischen Spielen, Bogenschießen, Blasrohrschießen und Knotenkunde. Um in der Wildnis auch wirklich überleben zu können, lernten am Ende noch alle wie man selbst Feuer entfachen kann und natürlich auch der sorgsame Umgang damit. Bei einem gemeinsam gekochten Mittagessen, gemeinsamen Fußballspielen, Kicker und einem abendlichen Tagesabschluss am Feuer mit Stockbrot entstand unter den Teilnehmern eine gute Gruppenatmosphäre sowie ein guter Austausch vor allem über Themen die für Väter mit ihren Kindern relevant sind.

Am Sonntag ging es auch schon wieder an die Heimreise und dann durfte auch das Wetter schlecht werden. Pünktlich im Zug eingestiegen begann der Regen. Die Heimfahrt ging mit der Museumsbahn direkt vom Campingplatz nach Gotteszell. In der in antiquierten Umgebung der Museumsbahn wurde für die Väter ein Schnapps und für die Kinder Gummierdbeeren serviert. Somit wurde auch der letzte Teil der Reise gut zu Ende gebracht.

Alle Teilnehmer empfanden dieses Wochenende als sehr gelungen und werteten den Austausch und die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern als große Bereicherung. Für einige war es nichts neues mit ihren Kindern alleine zu vereisen, für andere eine große Herausforderung. Jeder Vater hatte seine eigene Geschichte mitgebracht und manche davon wurden geteilt. Zu sehen und zu hören wie es anderen Vätern geht und wie diese den Umgang mit ihren Kindern gestalten, war für alle Teilnehmer etwas Besonderes. Unterschiedliche Lebensentwürfe und mannigfaltige Versuche diesen besonderen Herausforderungen gerecht zu werden, machten den Austausch darüber sehr wertvoll. Vor allem auch deshalb, da im Grunde für die Meisten eine verbindende Herausforderung bestehen bleibt: der Spagat zwischen neuer Patchwork-Familie und der weiter bestehenden Elternschaft auch nach der Trennung auf Paarebene. Dieser Weg der gepflastert ist mit tiefen Verletzungen, unerfüllten Wünschen und oft auch dem Gefühl gescheitert zu sein, ist für viele ein schwieriger. Ein Austausch, ein Gespräch in dem man Anregung oder auch eine andere Sicht der Dinge bekommt, kann Stütze und Hilfe sein auch nach der Trennung weiter Vater zu bleiben.