BGH-Urteil zum Wechselmodell

In Zukunft sind salomonische Urteile gefragt

Der Bundesgerichtshof BGH hat nun in einem Urteil am 27.02. entschieden, dass und unter

welchen Voraussetzungen ein Familiengericht ein Wechselmodell auf Antrag eines Elternteils

anordnen kann, auch gegen den Willen des Expartners. In dem Fall, den die Richter vorliegen

hatten, strebte ein Vater das Wechselmodell für den 13-jährigen Sohn im wöchentlichen Turnus

an, nachdem zuvor eine Umgangsregelung 14-tägig am Wochenende praktiziert wurde. Der Sohn

wohnte bisher überwiegend bei der Mutter. Der Sohn gestand dem Jugendamt: "Wenn ich zum

Papa eine Woche gehen würde, wäre das nicht schlimm, es muss aber auch nicht sein." Weil die

Mutter gegen das Wechselmodell war, klagte nun der Vater. In den Vorinstanzen hatte er keinen

Erfolg. Das BGH hat nun allerdings das vorangehende Urteil des OLG Nürnberg aufgehoben und

den Fall zurückverwiesen.

Im Zentrum steht das Kindeswohl

Die Richter stellten aber klar: Das Wechselmodell stelle im Vergleich mit anderen

Umgangsregelungen "höhere Anforderungen" an Eltern und Kind. Das Kind müsse "zwischen

zwei Haushalten pendeln" und sich auf "zwei Lebensumgebungen einstellen". Die Eltern müssten

trotz Trennung in der Lage sein, Absprachen zu treffen. Die Familiengerichte seien daher

verpflichtet aufzuklären, welches Umgangsmodell dem Kindeswohl am besten entspricht. - Also

die Einzelfallprüfung zählt!

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